Insektizidresistenz bei Olivenfliegen

01.08.2018 18:36

Merum Heft 4/2018

Griechische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass Olivenfliegenpopulationen bei wiederholtem Einsatz von Insektenschutzmitteln eine Resistenz gegen diese entwickeln. Sie verglichen Fliegen aus einem kretischen Olivenhain, in dem regelmäßig Pyrethroide gespritzt wurden, mit Exemplaren aus insektizidfreien Olivenhainen sowie sensiblen, im Labor gezüchteten Exemplaren von Bactrocera Oleae. Dabei stellte sich heraus, dass die kretischen Fliegen eine bis zu 22 mal höhere Resistenz gegenüber den Insektiziden aufwiesen als die Kontrollgruppen.

Genetische Analysen ergaben, dass bei den resistenten Fliegen keine Mutation der DNA vor Ort erfolgt war, wie es bei vergleichbaren Untersuchungen mit anderen Fruchtfliegenarten der Fall war. Vielmehr zeigte sich, dass bei der Transkription, das heißt der Umsetzung der in der DNA enthaltenen genetischen Informationen in Proteine Unterschiede bestanden. So entwickelten die resistenten Fliegen eine wesentlich höhere Konzentration an Enzymen, die aus diesen Proteinen bestehen und dem Abbau von Giften im Organismus dienen. Die genetischen Anlagen zur Entwicklung einer Resistenz sind also unabhängig von Lebensraum und Insektizideinsatz bereits als eine Art Bauplan vorhanden und können bei kontinuierlicher Insektizidexposition entsprechend umgesetzt werden.

Sciencedirect/Teatronaturale/fh