Olivenöl-News

Einträge insgesamt: 35

OLLU-Olivenöl
09.12.2018

Kroatien und Slowenien haben bei der Europäischen Union einen Antrag auf Anerkennung einer gemeinsamen, transnationalen Herkunftsbezeichnung für Olivenöl von der Halbinsel Istrien gestellt. Die seit 2007 geschützte Herkunftsbezeich- nung „Ekstra deviško oljčno olje Slovenske Istre“ (Extra Natives Olivenöl Slowenisch-Istrien) soll abgeschafft und durch slowenisch „Ekstra deviško oljčno olje Istre“ respektive kroatisch „Istarsko ekstra djevičansko maslinovo ulje“ (Extra Natives Olivenöl Istrien) ersetzt werden. In Kroatien gab es die geschützte Herkunftsbezeichnung DOP bisher nur für die Olivenöle der drei dalmatischen Inseln Korčula, Šolta und Cres, während mit der neuen DOP auch Istrische Öle geschützt wären. Da die slowenischen Produzenten mit rund 50 Tonnen nur einen kleinen Teil des gesamten istrischen Produktionspotenzials von 600 bis 800 Tonnen ausmachen und die Kosten für ein Schutzkonsortium und Promotionsmaßnahmen nicht alleine stemmen können, hat man sich mit den Nachbarn auf das gemeinsame Projekt verständigt, zumal man dies- und jenseits der Grenze auf die gleichen Sorten setzt und eine gemeinsame kulturel- le Identität als Istrier besitzt. EU/Teatronaturale/fh

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09.12.2018

Kontrolleure der lokalen Pflanzenschutzbehörde stellten bei einer Routinekontrolle an verdächtigen Olivenbäumen in einem Gartenbaubetrieb im belgischen Westflandern am 26. September einen Befall durch Xylella fest. Die drei Pflanzen stammten aus einer Plantage in der spanischen Provinz Alicante in rund 70 Kilometer Entfernung von einem Gebiet, wo bereits Mandelbäume von Xylella betroffen sind. Sämtliche, auch gesunde Olivenbäume in der belgischen Gärtnerei wurden zerstört, die spanischen Behörden veranlassten Kontrollen im Herkunftsbetrieb. Um welche Unterart des Bakteriums es sich handelte, muss in weiterführenden Laboranalysen bestimmt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es sich wie im Herkunftsgebiet der Pflanzen um Xylella fastidiosa multiplex handelte und nicht um die aggressive Unterart pauca wie in Apulien. Auch die niederländischen Behörden für Lebensmittelsicherheit machten einen XylellaFund. Da es sich dabei um eine Kaffeepflanze handelte, die seit Jahren isoliert in einem Bürogebäude in Noordwijkerhout stand und eine Ausbreitung auf andere Gewächse ausgeschlossen werden konnte, wurde der Fund als Einzelfall betrachtet und nicht als Ausbruch klassifiziert. Neben der Vernichtung der Pflanze wurden keine weiteren Maßnahmen ergriffen. AVBS/Gabot/ Infoxylella/Phytoma/fh

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09.12.2018

In Randazzo (Sizilien) hat ein schweres Unwetter Mitte November mehrere Treibhäuser mit 200 000 Jungpflanzen der Xylella-resistenten Sorte Favolosa (FS-17) zerstört. Die Bäumchen waren für die Neubepflanzung von Xylella-zerstörten Olivenhainen im Salento bestimmt, für 130 000 Exemplare lagen bereits Reservierungen von Olivenbauern vor. Nach Angaben des Gartenbaubetriebs sind die Pflanzen unwiederbringlich zerstört, mit Ersatz sei frühestens im März zu rechnen. Lagazzettadelmezzogiorno/fh

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09.12.2018

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti zieht eine desaströse vorläufige Bilanz der aktuellen Olivenernte: 2018 wurden 265 000 Tonnen Oliven weniger geerntet als im Vorjahr, was einem Produktionsverlust von 40 Prozent entspricht, ein Wert nahe des historischen Minimums. Besonders ernst ist die Situation in Apulien, wo neben den vom Bakterium Xylella fastidiosa verursachten Ausfällen im Salento auch ein heftiger herbstlicher Wirbelsturm dem Olivenhain der Provinz Brindisi zusetzte und die Ernte ein historisches Allzeittief von 87 Tonnen erreicht. Hinzu kommen die vom eiskalten Burian im Februar verursachten Schäden, die in ganz Italien schätzungsweise 25 Millionen Bäume betreffen. Neben Apulien haben auch Ligurien (Provinz Imperia: -70%, Genua und La Spezia: -50%), die Toskana (-40%), Kampanien (-30%), die kalabrische Provinz Crotone, Agrigento in Sizilien und Oristano in Sardinien starke Ernteeinbußen zu verzeichnen. Eine positive Ausnahme bildet die norditalienische DOP Garda, die eine Rekordernte aufgrund optimaler Klimabedingungen vermeldet und beim Landwirtschaftsministerium eine Ausnahmegenehmigung zur Erhöhung der Ertragsgrenze von 6000 auf 7500 Kilo Oliven pro Hektar gestellt hat. Agronotizie/ Gamberorosso/ Teatronaturale/fh

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10.10.2018

Der Ölriese Dcoop muss 2,8 Millionen Euro Geldbuße an den spanischen Fiskus bezahlen. Das Urteil wurde nicht gegen Dcoop selbst, sondern gegen deren Tochtergesellschaft Qorteba gefällt, die für den Import von Olivenöl aus Nordafrika und den Export in andere Länder wie die USA verantwortlich zeichnet, wo es unter der Handelsmarke Pompeian vertrieben wird. Die Strafe geht auf nicht bezahlte Einfuhrzölle für Öl aus Tunesien und Marokko zurück. Qorteba hatte eine Sondergenehmigung für zollfreien Import beantragt, die aber nicht erteilt worden war. Doch damit nicht genug: Spanische Lebensmittelanalytiker kamen zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem aus Nordafrika eingeführten Produkt um Lampantöl handelte, das in Spanien mit minderwertigem Öl gemischt wurde, das durch eine Zweitextraktion von Oliventrestern gewonnen wurde. In den USA wurde es schließlich als spanisches Extra Virgen zu absoluten Kampfpreisen vertrieben: rund 40 Prozent weniger als andere spanische und italienische Öle und bis zu 100 Prozent weniger als kalifornisches Öl. Die aktuelle Strafe bezieht sich ausschließlich auf die nicht bezahlten Einfuhrzölle. Dcoop legte Berufung ein und streitet zudem Fälschungsvorwürfe ab. Es ist aber davon auszugehen, dass die Panscherei nicht ohne rechtliche Folgen bleiben wird. Eleconomista/Oliveoiltimes/fh

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10.10.2018

Neun Löffel Olivenöl pro Woche reduzieren das Risiko für Impotenz um 40 Prozent. Mit diesem erfreulichen Ergebnis warteten griechische Wissenschaftler auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie Anfang September in München auf. Eine Studie unter 660 Männern mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren ergab, dass diejenigen, die der olivenölreichen mediterranen Diät folgten, bessere arterielle Durchblutung und einen signifikant höheren Testosteronspiegel hatten als die Kontrollgruppe. Sie wiesen darüberhinaus eine geringere Tendenz zu Übergewicht auf und waren – auch wenn die Ergebnisse von Befragungen zum Sexualleben mit Vorsicht zu genießen sind – sexuell aktiver als die Vertreter der Kontrollgruppe. Im Gegensatz zum kurzfristigen pharmazeutischen Effekt von Viagra habe die mediterrane Ernährungsweise mit viel Olivenöl einen langfristigen und nachhaltig positiven Effekt auf die sexuelle Potenz, so die griechischen Kardiologen. Teatronaturale/fh

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10.10.2018

Ermittler der Finanzpolizei beschlagnahmten Mitte September bei einem Abfüller im kampanischen Sarno (Provinz Salerno) zwei Tonnen falsch deklariertes Öl. Das zu einem großen Teil schon in Flaschen abgefüllte Öl wurde auf Etiketten und in Betriebsunterlagen als „Olio extra vergine 100% italiano“ geführt und sollte über den Lebensmittel-Einzelhandel vertrieben werden. Laboranalysen der Zollbehörden in Bari ergaben, dass es sich dabei um eine Mischung aus anderen Pflanzenölen und minderwertigem Olivenöl handelte. Gegen drei Verdächtige wurde Anzeige wegen Handelsbetrugs erstattet. Teatronaturale/fh

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10.10.2018

Umbriens terrassierte Olivenhaine in den Hügeln zwischen Assisi und Spoleto haben nach fünfjährigem Kandidaturprozess als erste italienische Agrarlandschaft die Anerkennung als landwirtschaftliches Erbe von globaler Bedeutung (Globally Important Agricultural Heritage System, GIAHS) erhalten. Auf den rund 6200 Hektar Anbaufläche zwischen 200 und 600 Metern Höhe werden rund 1,5 Millionen Olivenbäume auf terrassierten, mit Trockenmauern gesicherten Steillagen gepflegt. Das GIAHS-Register wird seit 2002 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO geführt und umfasst aktuell rund 50 Regionen, die eine Reihe landwirtschaftlicher, biologischer, ökologischer, kultureller, sozialer und sogar ästhetischer Kriterien erfüllen. Ziel ist der Schutz dieser Agrarlandschaften, ihrer traditionellen Praktiken und der Artenvielfalt sowie ihr Erhalt als Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. Die sechs beteiligten umbrischen Gemeinden möchten nun auch für eine Aufnahme ins Unesco-Welterbe kandidieren. Nächster Aufnahmekandidat aus Italien für die GIAHS-Liste sind die Weinberge des Soave, für die im April offiziell die Kandidatur eingereicht wurde. Fao/Oliveoiltimes/Winenews/fh

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10.10.2018

Korsische Olivenbäume sind nach Angaben des französischen Landwirtschaftsministeriums von Mitte Juli nicht von Xylella betroffen. Das ergaben von der französischen Regierung angeordnete offizielle Analysen sowohl der staatlichen Umweltbehörde ANSES als auch des Nationalen Agrarforschungsinstituts INRA. Die Proben wurden von beiden Einrichtungen mit verschiedenen Analysemethoden untersucht. Damit widerlegt das INRA seine eigenen Befunde vom Frühjahr (siehe Merum 3/2018), als es im Auftrag des Verbands korsischer Olivenbauern SIDOC Proben verdächtiger Bäume analysierte und eine XylellaInfektion an Olivenbäumen und Steineichen vermeldete. Warum die aktuellen Ergebnisse von denen der ersten Untersuchung abweichen, wurde nicht kommuniziert. Dennoch bleibt Korsika Quarantänegebiet, weil die Unterart Xylella fastidiosa multiplex, die erstmals 2015 an einer Kreuzblumenart auf der Insel festgestellt wurde, aber im Gegensatz zur in Apulien epidemischen Unterart pauca keine große Gefahr für die Olivenbäume darstellt, nach wie vor präsent ist. Agriculture/Corsenetinfos/fh

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10.10.2018

Von Xylella betroffenen Olivenbauern im Salento wurden weitere Finanzhilfen in Aussicht gestellt. Wie die EU-Parlamentarier Paolo De Castro und Raffaele Fitto auf einer Pressekonferenz am 27. Juli bekanntgaben, sollen neben bereits zugesicherten 42 Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums weitere 100 Millionen Euro aus Mitteln der EU, Italiens und der Region Apulien an die Betroffenen fließen. Damit sollen die Kosten von Neupflanzungen mit resistenten Sorten auf 20 000 Hektar zu 70 Prozent abgedeckt und zusätzlich für fünf Jahre eine Prämie von 500 Euro pro Hektar für neuangelegte Olivenhaine finanziert werden. Sowohl aus der italienischen Regierung als auch aus der Europäischen Union wurde bereits Zustimmung für den Plan signalisiert. Agronotizie/fh

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01.08.2018

Olivenhaine im Veneto werden von zwei aggressiven Pilzarten bedroht, die zu einem Absterben der Bäume führen können. Die Schadorgansimen Phytophtora und Phoma wüten besonders in den Colli Euganei und in der Provinz Treviso, wo sie sich in Wunden an Olivenzweigen einnisten, die durch die Frostwelle im Februar und März verursacht worden waren. Von dort aus befallen sie die Lymphgefäße der Bäume, was zu deren Verschluss und allmählichem Austrocknen bis hin zum Absterben der Pflanzen führen kann. Nach Schätzungen des Landwirtschaftsverbands Coldiretti sind 20 bis 30 Prozent des 5000 Hektar großen venezianischen Olivenhains gefährdet, am stärksten in den Hügeln um Treviso und bei Valdobbiadene (70-80%), am wenigsten am Gardasee und um Verona (20%). Teatronaturale/fh

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01.08.2018

Griechische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass Olivenfliegenpopulationen bei wiederholtem Einsatz von Insektenschutzmitteln eine Resistenz gegen diese entwickeln. Sie verglichen Fliegen aus einem kretischen Olivenhain, in dem regelmäßig Pyrethroide gespritzt wurden, mit Exemplaren aus insektizidfreien Olivenhainen sowie sensiblen, im Labor gezüchteten Exemplaren von Bactrocera Oleae. Dabei stellte sich heraus, dass die kretischen Fliegen eine bis zu 22 mal höhere Resistenz gegenüber den Insektiziden aufwiesen als die Kontrollgruppen. Genetische Analysen ergaben, dass bei den resistenten Fliegen keine Mutation der DNA vor Ort erfolgt war, wie es bei vergleichbaren Untersuchungen mit anderen Fruchtfliegenarten der Fall war. Vielmehr zeigte sich, dass bei der Transkription, das heißt der Umsetzung der in der DNA enthaltenen genetischen Informationen in Proteine Unterschiede bestanden. So entwickelten die resistenten Fliegen eine wesentlich höhere Konzentration an Enzymen, die aus diesen Proteinen bestehen und dem Abbau von Giften im Organismus dienen. Die genetischen Anlagen zur Entwicklung einer Resistenz sind also unabhängig von Lebensraum und Insektizideinsatz bereits als eine Art Bauplan vorhanden und können bei kontinuierlicher Insektizidexposition entsprechend umgesetzt werden. Sciencedirect/Teatronaturale/fh

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01.08.2018

In einer archäologischen Ausgrabungsstätte in Castelluccio di Noto (Provinz Syrakus) wurden die bisher ältesten Olivenölspuren auf italienischem Boden entdeckt. Bei der Untersuchung von Fragmenten eines bronzezeitlichen Terracotta-Gefäßes mittels Gaschromatografie und Massenspektrometrie wurden Spuren von Ölund Linolsäure nachgewiesen, die sich 700 Jahre weiter zurückdatieren lassen als die bisher ältesten Funde auf italienischem Boden im apulischen Lecce und im kalabrischen Cosenza. Die Forschergruppe um Davide Tanasi von der University of Florida hatte bei ähnlichen Analysen 2017 bereits 6000 Jahre alte Weinspuren in Sizilien entdeckt (siehe Merum 5/2017). Die mit rund 8000 Jahren weltweit ältesten, nachgewiesenen Spuren von Olivenölproduktion wurden 2015 bei Ausgrabungen in Israel entdeckt (siehe Merum 1/2015). Oliveoiltimes/Teatronaturale/fh

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01.06.2018

Nach einer ungewöhnlichen Kältewelle mit starkem Frost und Schneestürmen Ende Februar zog der Olivenbauernverband Unaprol im April eine vorläufige Schadensbilanz. Aufgrund erfrorener Triebe, Blattverlust, aufgeplatzter Rinde und abgebrochener Äste seien je nach Region bis zu 40 Prozent Ernteverlust zu erwarten. Die Schadenssumme liegt Unaprol zufolge bei 120 Millionen Euro, 25 Millionen Bäume haben mehr oder weniger schwere Schäden erlitten. Dass die Bilanz erst im April gezogen wurde, ist darauf zurückzuführen, dass Olivenbäume je nach Sorte und Standort unterschiedlich auf Kälteschäden reagieren. Das Erfrieren dem eisigen Nordwind ausgesetzter, einjähriger Zweige kompensieren die Bäume teilweise durch verstärkte Blüte und erhöhten Fruchtansatz an unversehrten Zweigen auf der windabgewandten Seite. Besonders stark betroffen sind Abruzzen, Latium, Umbrien und das nördliche Apulien. In den Provinzen Barletta-Andria-Trani und Bari ist Unaprol zufolge mit den höchsten Ernteausfällen zu rechnen, was zusammen mit der Angst vor einer weiteren Ausbreitung der Xylella-Epidemie im angrenzenden Salento für erhebliche Beunruhigung unter Olivenbauern sorgt. Teatronaturale/fh

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01.06.2018

Der spanische Ölmulti Deoleo hat einen Gerichtsprozess in den USA mit der Einwilligung in einen Vergleich beendet, der als wichtiger Sieg für Verbraucher und schmerzhafte Niederlage für den Großabfüller gewertet werden kann. Zentraler Punkt des Vergleichs mit den klagenden Verbraucherverbänden ist, dass der Schriftzug „Imported from Italy“ von den Etiketten der Marken Bertolli und Carapelli entfernt werden muss, weil dies nach Ansicht des Gerichts den falschen Eindruck erwecken könne, dass sich italienisches Öl in den Flaschen befinde, obwohl es sich um eine Mischung von Ölen aus Italien, Griechenland, Tunesien und Australien handle. Außerdem verpflichtet sich Deoleo, sein Öl nur noch in dunklen statt transparenten Flaschen zu verkaufen, das Erntejahr der verwendeten Oliven anzugeben, die Angaben zum Verfallsdatum nach unten zu korrigieren und höhere interne Teststandards anzulegen. Daneben muss Deoleo eine für amerikanische Verhältnisse eher bescheidene Entschädigungssumme von sieben Millionen Dollar berappen. Law360/Teatronaturale/fh Zwar wurde der ursprünglich ebenfalls formulierte Vorwurf, dass es sich entgegen der Etikettenangabe nicht zu 100 Prozent um Extra Vergine, sondern raffiniertes, minderwertiges Öl handle, nicht weiter verfolgt, was Deoleo noch wesentlich größeren Ärger erspart haben dürfte. Dennoch bekamen die Spanier von den amerikanischen Behörden ordentlich die Leviten gelesen und dürften auf einem wichtigen Markt, den sie gerade erst mit der Lancierung einer höherwertigen Produktlinie zurückerobern wollten, einen bedeutenden Gesichtsverlust erleiden. Umso unverständlicher, dass ähnlich lautende italienische Gerichtsurteile wie zum Primadonna-Öl von Lidl nicht Bestand haben und in Berufungsverfahren aufgehoben werden (siehe Merum 2/2018). Fabian Hörack

OLLU-Olivenöl
05.04.2018

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01.04.2018

In der nördlichen Pufferzone des Xylella-Infektionsgebiets wurden Anfang Februar in den Gemeinden Carovigno, Cisternino und Ceglie Messapica sieben neue Xylella-Infektionsherde festgestellt und die Rodung von 1500 Olivenbäumen eingeleitet. Alle Olivenbäume und andere mögliche Wirtspflanzen im Umkreis von 100 Metern um Xylella-befallene Pflanzen müssen gefällt werden, unter besonderem Schutz stehende uralte Gewächse (olivi monumentali) sind, sofern gesund, von der Regelung ausgenommen, müssen aber mit Zäunen und Netzen besonders abgesichert werden. Die Besitzer werden, wenn sie die angeordneten Rodungen selber vornehmen, pro Baum mit 130 Euro entschädigt (plus 180 Euro Rodungsprämie), im Falle betroffener olivi monumentali mit 150 Euro und 230 Euro Rodungsprämie pro Baum. Wer die Rodung verweigert, erhält keine Entschädigung und muss die Kosten der in diesem Falle von der Pflanzenschutzbehörde vorgenommenen Rodungen selber tragen. Einige bereits im Dezember 2017 entdeckte, mit Xylella infizierte Bäume rund um Oria sind noch nicht gerodet worden, da die zuständigen Gerichte noch nicht über die Einsprüche ihrer Besitzer entschieden haben. Derweil laufen die Vorbereitungen für Neupflanzungen mit den Xylella-resistenten Sorten Leccino und Favolosa, die seit der Zulassung durch die Region Apulien infolge der Pflanzstoppaufhebung durch das ständige Pflanzenschutzkommitee der EU (siehe Merum 6/2017) durchgeführt werden dürfen. Da nur drei Baumschulen das Patent für Favolosa innehaben und Preisspekulationen zu Lasten Xylella-betroffener Olivenbauern befürchtet wurden, trat die private Produzentenvereinigung Voce dell’Olivo in Aktion. Sie kaufte einem der Zuchtbetriebe nach längeren Verhandlungen 200 000 Favolosa-Stecklinge ab, die für je zwei Euro bevorzugt den kleinen, von Rodungen betroffenen Bauern zur Verfügung gestellt werden sollen. Im Oktober soll mit den Neupflanzungen begonnen werden. Agronotizie/Ostuninotizie/ Quotidianodipuglia/fh

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01.04.2018

Der größte Olivenölproduzent außerhalb der EU, Tunesien, setzt immer mehr auf Bioproduktion. Nach Angaben der Ernährungsund Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO ist der Bioölanteil in dem Land dreimal so hoch wie beim weltgrößten Produzent Spanien. Hinzu kommt eine große Zahl noch nicht zertifizierter biologisch produzierender Betriebe. In den letzten zehn Jahren stieg die Produktion von 670 Tonnen (2004) auf 60 000 Tonnen (2015) Bioolivenöl rapide an, die Ausfuhren konnten in derselben Zeitspanne von 2100 auf 13 500 Tonnen gesteigert werden. Das Land ist der zweitgrößte afrikanische Exporteur von Bioprodukten und weltweit drittgrößter Produzent von Bioolivenöl hinter Spanien und Italien. Tunesien verfügt über mehr als 100 Ölmühlen, die Bio produzieren, sowie eine Reihe offiziell vom Internationalen Olivenölrat IOC anerkannte Labors zur chemischen und sensorischen Analyse. Das Land erlebt seit der Revolution von 2011 einen regelrechten Olivenölboom. Nach Angaben der Weltbank beliefen sich die Olivenölausfuhren (in 60 Länder) 2016 auf 374 Millionen Dollar. Aktuell plant das Landwirtschaftsministerium die Pflanzung von zehn Millionen neuen Bäumen der autochthonen Sorten Chemlali und Chetoui, um in ärmeren Regionen des Landes die Wirtschaft anzukurbeln. Bereits jetzt ist ein Drittel der Agrarfläche des Landes mit Olivenbäumen bepflanzt. Das meiste Bioöl produziert – in absoluten Zahlen – nach wie vor Spanien: 163 490 Tonnen (2016) auf 197 000 Hektar, das entspricht 33 Prozent der Gesamtanbaufläche, der Jahresumsatz liegt bei 1,7 Milliarden Euro (Zahlen: Spanisches Landwirtschaftsministerium). Spanien könnte allerdings noch wesentlich mehr Bioöl produzieren: Obwohl der zweitgrößte Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche dem Olivenanbau dient, belegt die Bioölproduktion mit acht Prozent Anteil nur den fünften Platz auf dem Markt für Bioprodukte. Die Produktion von Bioöl stieg seit 2012 nur um 2,5 Prozent an (im Vergleich zu 2015 sogar minus 19 Prozent) und wuchs wesentlich schwächer als in anderen Bereichen wie Gemüse (plus 18,5 Prozent) oder Fleisch (plus 15 Prozent). Mapama/Teatronaturale/ Olivoiltimes/fh

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01.04.2018

Was wie ein Karnevalsscherz klingt, könnte bald wahr werden. In Köln soll aus türkischen Oliven Öl produziert werden, so die Pläne des türkischen Konzerns Marmarabirlik, weltgrößter Produzent von Tafeloliven, aber auch Olivenölproduzent. Das Unternehmen will in der Domstadt ein Werk mit 3000 Quadratmetern Produktionsund Lagerfläche errichten, die Verträge mit der Stadt sind unterzeichnet. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit über 30 000 Olivenbauern und acht Produktionsgenossenschaften zusammen und will seine Exporte in den nächsten Jahren um 30 Millionen Euro steigern. Während die Errichtung eines Lagers zur Bedienung des EU-Marktes nachvollziehbar ist, sorgt der Gedanke an Olivenölproduktion auf deutschem Boden zunächst für Verwunderung. Tatsächlich könnte das Unternehmen damit aber Einfuhrquoten der EU für Olivenöl umgehen und sich Regelungen des EU-Zollrechts zum sogenannten Veredelungsverkehr zunutze machen. Von Veredelung spricht man, wenn ein Vorprodukt (im Lebensmittelbereich zum Beispiel Mehl) durch Verarbeitung zwar substanziell erhalten bleibt (das Mehl bleibt als Zutat Mehl bestehen), aber seinen individuellen Charakter verliert (es wird zu Brot). Würde Marmarabirlik Oliven einführen und in der EU zu Olivenöl verarbeiten, könnte das Unternehmen also wesentlich mehr Olivenöl auf dem EU-Markt platzieren, würde geringere Einfuhrzölle zahlen und gleichzeitig vom freien Warenverkehr zwischen den EU-Mitgliedsstaaten profitieren. Marmarabirlik/Oliveoiltimes/fh Wenn man bedenkt, dass die Oliven für ein Extra Natives Olivenöl innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte verarbeitet werden sollten, kommen Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit des Vorhabens. Entweder die Oliven werden eingeflogen oder sie werden per Lastwagen 3000 Kilometer quer durch Europa gekarrt. Im ersten Fall würde das türkisch-deutsche Öl sündhaft teuer, im zweiten zudem auch noch sündhaft schlecht. Kurzmeinung: Schnapsidee. Andreas März

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24.03.2018

Extra Vergine LunaVera Nera di Oliena Bio s.a. Mittleres, olivgrünes Gelb; ausgeprägter, leicht süßöicher, grünfruchtiger Duft, Kresse, Apfel, grüne Banane,; dezent sü0lich,  weichfruchtig, mittelbitter, kardenartig-würzig, mittlere, feine Schärfe, vor kräftiger Adstringenz begleitet.

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24.03.2018

Extra Vergine LunaVera Bosana Bio s.a. Mittleres, grünes Gelb; Noten von Apfel und Tomate, auch leicht blättrig, artischockenartig; leicht süßlich, mittlere bis ausgeprägte Bitterkeit, begleitet von ausgeprägter, wärmender Schärfe.

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05.03.2018

Das Olivenöl LunaVera Nera die Oliena von Sebastiano Fadda aus Oliena hat vier Auszeichnung auf der Olio Capitale erhalten. ERSTER PLATZ IN DER KATEGORY MITTEL FRUCHTIG (Categoria Fruttato Medio) ERSTER PLATZ DER JURY DER RESTAURATEURE (Giuria Ristoratori) ERSTER PLATZ IN DER JURY DER KONSUMENTEN (Giuria Popolare) DAS BESTE OLIVENÖL DER GESAMTEN VERANSTALTUNG (Menzione Ex Albis Ulivis) AZIENDA AGRICOLA SEBASTIANO FADDA LUNA VERA NERA DI OLIENA Sardegna http://www.oliocapitale.it/en/news/the-winners-of-the-olio-capitale-competition/

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01.02.2018

Kunsthandwerker- und Bauernmarkt auf dem Feller Maximiner Weinspektakel 2018 am Sonntag, 25. März 2018 von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Platz Champs sur Yonne, Im Brühl, 54341 Fell

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01.02.2018

Ölfälschung gibt es nicht nur in Italien. In Griechenland und Brasilien gelangen den zuständigen Behörden im Dezember wichtige Erfolge im Kampf gegen Olivenölpanscher. In der griechischen Provinz Thessalien wurde grün eingefärbtes Sonnenblumeöl als extra natives Olivenöl zu Kampfpreisen verkauft, die Polizei beschlagnahmte 17 Tonnen und nahm sieben Personen fest. In Brasilien wurden 800 Tonnen Öl aus dem Verkehr gezogen. Zum Teil handelte es sich um nicht zum Verzehr geeignetes Lampantöl, zum Teil bestand es partiell oder vollständig aus Sojaöl. Nach Angaben der Behörden wurden fast alle in Brasilien abgefüllten Öle beanstandet, während die Zahl bei den aus dem Ausland importierten Ölen deutlich geringer gewesen sei. Tatsächlich weist die brasilianische Handelsstatistik allein zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 die Einfuhr von 650 000 Tonnen Lampantöl aus, was die Inspektoren zu intensiven Kontrollen und das Handelsministerium zum Erlass von Einfuhrbeschränkungen für Lampantöl bewegt hat. Oleorevista/ Oliveoiltimes/fh

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01.02.2018

Portugiesische Wissenschaftler der Technischen Universität Bregança haben einen elektronischen Sensor entwickelt, der in der Lage ist, mit großer Zuverlässigkeit fermentative und oxidative Fehltöne in Olivenölen festzustellen, auch wenn diese so schwach ausgeprägt sind, dass sie mit bisher üblichen physisch-chemischen Analyseverfahrenoder in Paneltests nicht festzustellen waren. Zum mehrfach wiederholten Test des potenziometrisch-chemometrischen Verfahrens wurde zu Extra-Vergine-Öl 2,5 Prozent oder fünf Prozent entweder ranzig oder wein-/essigartig riechendes Olivenöl beigemengt. Während ein professionelles Verkostungspanel nicht in der Lage war, die Fehlaromen bei dieser Konzentration festzustellen, gelang es dem elektroanalytischen Riechkolben, die Panscherei in 84, respektive 92 Prozent der Fälle beim ranzigen Öl (für 2,5 resp. fünf Prozent Beimischung) sowie 79, respektive 93 Prozent der Fälle beim essigartigen Öl (ebenfalls 2,5 resp. fünf Prozent Beimischung) festzustellen. Bei noch höheren Anteilen (getestet wurden auch zehn, 20 und 40 Prozent Beimischung) lag die Erkennungsquote bei 100 Prozent, allerdings hatten damit auch die Verkoster keine Mühe. Die Wissenschaftler zeigten sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, da nach ihren Angaben der Anteil des üblicherweise in gestreckten Ölen vorhandenen Vergineoder Lampantöls zwischen 2,5 und zehn Prozent liege. Researchgate/Teatronaturale/fh

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01.02.2018

In Apulien wurden zwei neue potenzielle Überträger des Bakteriums Xylella fastidiosa entdeckt. Untersuchungen des nationalen Instituts für nachhaltigen Pflanzenschutz brachten zutage, dass neben der Wiesenschaumzikade Philaenus spumarius noch zwei weitere in Apulien heimische Zikadenarten das Bakterium übertragen können, Philaenus italosignus und die Feldschaumzikade Neophilaenus campestris. Die beiden Insekten bohren ebenfalls das Xylem, also das holzige Leitgewebe der Pflanzen an, um sich vom darin enthaltenen Pflanzensaft zu ernähren. Wird dabei das Bakterium Xylella fastidiosa übertragen, werden die Leitbahnen verstopft und damit der Transport von Wasser und lebenswichtigen Nährstoffen unterbunden, was zum Vertrocknungssyndrom CoDiRO und dem Tod der Pflanzen führt. Den Wissenschaftlern zufolge sind die Populationen beider Arten aber deutlich kleiner und ihre Lebensräume weiter von den Olivenanbaugebieten entfernt als die des Hauptüberträgers Wiesenschaumzikade, so dass sie eher eine potenzielle Gefahr für anderen Kulturen darstellen. Auch für die höhere Widerstandsfähigkeit von Olivenbäumen der Sorte Leccino gegen Xylella zeichnet sich eine wissenschaftliche Erklärung ab. Im Gegensatz zur stark anfälligen Sorte Ogliarola produziert Leccino bei einem Befall durch das Bakterium mehr Lignin, ein organisches Biopolymer, das den Holzanteil in den Gefäßzellen der Leitbahnen erhöht und damit den Übergang des Bakteriums von einem Gefäß ins andere erschwert oder blockiert. Quotidianodipuglia/fh

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12.12.2017

Mit dem Valle d’Aosta ist die bisher einzige Region Italiens ohne eigenes Olivenöl als letzte dem Kreis der ölproduzierenden Regionen beigetreten. Zwar wird es das Extra Vergine von den hundert Bäumen des Bergführers Rudy Perronet aus Montjovet nur in symbolischen Mengen geben, dennoch ist er gewillt, es unter dem Markennamen „huile glaciaire“ (Gletscheröl) in den Handel zu bringen. Zwar befinde sich sein Olivenhain auf 670 Metern Höhe, doch würden sich die kalten Nordwestwinde vom Mont Blanc auf ihrem Weg dorthin genügend erwärmen, um die Bäume am Leben zu lassen, so Perronet. Zudem herrschten bei Föhnlagen auch im Winter bis zu 15 Grad im Olivenhain. Teatronaturale/f

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12.12.2017

Das ständige Pflanzenschutzkomitee der EU hat am 19. Oktober einstimmig wichtige Entscheidungen in der Xylella-Krise getroffen. Das seit 2015 bestehende Verbot von Neupflanzungen in Infektionsgebieten wird komplett gestrichen, mit Ausnahme der 20 Kilometer breiten Pufferzone, die die betroffenen Gebiete des Salento von den infektionsfreien Gebieten im Norden trennt. Zugelassen sind damit theoretisch Neupflanzungen aller Sorten, wobei die bereits als besonders widerstandsfähig gegen das Bakterium bekannten Leccino und FS-17 (Favolosa) bevorzugt Verwendung finden dürften. Zudem müssen jahrhundertealte, für das Landschaftsbild des Salento typische Olivenbäume (ulivi monumentali), wenn sie gesund sind, nicht mehr gerodet werden, auch wenn sie sich in der unmittelbaren Nähe von infizierten Bäume befinden. Voraussetzung ist aber, dass sie durch spezielle Netze vor einer Übertragung des Erregers durch die Wiesenschaumzikade geschützt und regelmäßig kontrolliert werden. Darüberhinaus dürfen Rebpflanzen der Sorten Negroamaro, Primitivo und Cabernet Sauvignon wieder frei gehandelt werden, ohne die Setzlinge vorher einer Wärmebehandlung zu unterziehen, was in apulischen Rebschulen für Erleichterung sorgen dürfte. Agronotizie/Agrapress/ Repubblica/fh

OLLU-Olivenöl
01.08.2017

Italien muss für sein Xylella-Krisenmanagement derzeit viel Kritik einstecken. Zwar werden in einem am 31. Mai veröffentlichten Bericht der EU-Kommission, der auf ein Audit im November 2016 zurückgeht, „bedeutende Fortschritte in der Umsetzung der EU-Entscheidungen ab August 2016“ bescheinigt, gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass „zusätzliche Anstrengungen zur Vorbeugung einer weiteren Verbreitung der Krankheit“ vonnöten sind.  Italien habe zum Zeitpunkt des EU-Audits die vorgeschriebene Rodung infizierter Bäume in der 20 Kilometer breiten Pufferzone im Norden der Provinz Lecce mit erheblicher Verspätung oder noch gar nicht durchgeführt und damit die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Ausbreitung erhöht. Ein systematisches Monitoring der Infektion habe zu spät begonnen, von zehn Millionen Euro der EU-Kommission zur Bekämpfung von Xylella sei nur knapp mehr als die Hälfte ausgegeben worden, und Forschungsstellen, denen von der Region Apulien 2,5 Millionen Euro zugesichert worden waren, warteten immer noch auf ihr Geld.  Auch von Seiten der Wissenschaft gibt es deutliche Kritik. Die angesehen Fachzeitschrift Nature beklagt, dass italienische Labors zwischen November 2015 und Oktober 2016 nur extrem wenige Proben infizierter Bäume untersucht habe, auch zu Zeitpunkten, an denen Neuinfektionen festgestellt wurden und Verlagerungen der Pufferzone vonnöten waren. Stattdessen habe man bei der Verfolgung der absurden und haltlosen Anklage realitätsfremder Umweltaktivisten – Wissenschaftler hätten das Bakterium absichtlich selbst verbreitet – keine Zeit verloren.  Wenigstens hat die Regionalregierung Apuliens inzwischen die nötigen Finanzmittel zur Entschädigung Xylella-geschädigter Olivenbauern aufgetrieben. Für jeden aufgrund von Xylella gefällten Olivenbaum sollen je nach Pflanzdichte 188 (mehr als 200 Bäume pro Hektar) bis 261 Euro (weniger als 100 Pflanzen pro Hektar) gezahlt werden.  Die EU-Kommission arbeitet unterdessen weiter an einer Revision des Pflanzenschutzplans, der für Apulien vor allem im Hinblick auf eine mögliche Pflanzstoppaufhebung für Xylella-tolerante Sorten (siehe Merum 3/17) von Interesse ist. Mit Ausnahme Frankreichs hatten alle Mitglieder der ständigen Pflanzenschutzkommission im Mai ihre Zustimmung signalisiert. Da aber noch viele technische Detailfragen zu klären sowie Anfragen und Änderungsanträge anderer Mitgliedsländer – nicht nur zur Pflanzstoppaufhebung – zu bearbeiten sind, ist die neue Verordnung noch nicht offiziell verabschiedet worden.  Auf Mallorca ist derweil die Unterart Xylella fastidiosa fastidiosa, Verursacherin der Pierceschen Krankheit, an einer Weinrebe aufgetaucht, eine sofortige Rodung konnte eine weitere Ausbreitung verhindern. Wissenschaftler befürchten, dass durch die Koexistenz verschiedener Xylella-Stämme neben pauca, multiplex und fastidiosa in Europa neue gefährliche Unterarten entstehen und sich neue Wirtspflanzen suchen könnten. Jüngste Untersuchungen der Universität Berkeley in Mittelamerika attestierten dem Bakterium hohe genetische Mobilität und die Tendenz, aus verschiedenen Stämmen durch genetische Rekombination neue Stämme zu bilden.  Lescienze/Nature/Regioni/ Repubblica/Teatronaturale/fh

OLLU-Olivenöl
01.08.2017

Im für intensive Monokulturen – hauptsächlich Picual und Arbequina – bekannten Spanien wurden private Initiativen zum Schutz uralter Olivenbäume ins Leben gerufen. In einem Gebiet von 2000 Quadratkilometern zwischen Valencia, Katalonien und der Provinz Aragón wurzeln rund 5000 bis zu tausendjährige Olivenbäume der seit 200 Jahren aufgrund niedriger Erträge nicht mehr gepflanzten Sorte Farga mit mindestens 3,5 Metern Stammumfang. Viele von ihnen wurden bisher entwurzelt und teuer an Gartenbesitzer in aller Welt verkauft.  Eine Gruppe von Olivenbauern, Ölmüllern und Landwirtschaftskooperativen hat sich freiwillig bereit erklärt, mehr als das Doppelte des Marktpreises für Oliven von diesen Bäumen zu zahlen, sich um die Vermarktung des daraus gewonnenen (und natürlich teureren) Öls und auch die Förderung von Tourismusprojekten rund um die alten Baummonumente zu kümmern. In diesem Rahmen wurden bereits zwei Museen eingerichtet und eine Zusammenarbeit mit Sternerestaurants der Gegend auf den Weg gebracht.  Die Provinz Valencia hat unterdessen sogar gesetzlich verboten, ihre ungefähr 3000 Bäume mit einem Stammumfang von sechs Metern zu fällen oder zu entwurzeln.  Teatronaturale/fh

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01.08.2017

Die türkische Regierung hat nach heftigen Protesten von Olivenbauern, Umweltschützern und des Verbands der Olivenölindustrie am 13. Juni Passagen ihres nur eine Woche zuvor präsentierten Entwurfs für ein neues Industriegesetz gestrichen, durch den Olivenhaine mit einer Pflanzdichte von weniger als 15 Bäumen pro 1000 Quadratmetern als „offene Flur“ gelten sollten und damit für industrielle Bauprojekte „von öffentlichem Interesse“ gerodet werden könnten. Durch den Bauboom der letzten Jahre waren bereits viele Olivenhaine für Bauprojekte illegal gerodet worden, mit dem neuen Gesetz sollte die Praxis nachträglich legalisiert werden.  Der Protest im Land war jedoch stärker als erwartet, eine Petition fand 31 000 Unterzeichner. Die für die Gesetzesausarbeitung zuständige Industriekommission der Regierung strich den Passus daraufhin. Dennoch befürchtet man beim Verband der türkischen Olivenölproduzenten, dass Baulöwen und Regierung ihren Bäumen auf anderem Wege zu Leibe rücken könnten.  Der türkische Industrieminister wies allerdings auch darauf hin, dass die Türkei nicht zuletzt durch die Neupflanzung von 71 Millionen Olivenbäumen in den letzten 14 Jahren mit nunmehr 171 Millionen Pflanzen im Land und stark wachsenden Produktionszahlen viel in den Olivenölsektor investiert habe. Hürriyetdailynews/ Oliveoiltimes/fh

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01.08.2017

Ägyptische Wissenschaftler haben Synergieeffekte beim gemeinsamen Gebrauch von Arzneimitteln auf Ibuprofen-Basis und Olivenöl nachgewiesen. In einer Reihe von Laborversuchen wurde Albinomäusen in mausgerechter Dosierung entweder Ibuprofen oder Olivenöl oder beides zusammen verabreicht. Dabei stellte sich nicht nur heraus, dass Olivenöl ähnlich wie Ibuprofen einen entzündungshemmenden und fiebersenkenden Effekt hat, was teilweise schon bekannt war, sondern vor allem, dass zur Schmerz-, Fieber- oder Entzündungshemmung eingesetztes Ibuprofen signifikant wirksamer war, wenn zugleich Olivenöl verabreicht wurde.  NCBI/Teatronaturale/fh

OLLU-Olivenöl
01.08.2017

Kalabriens Olivenbauern haben dieses Jahr durch Schädlingsbefall mit erheblichen Ernteeinbußen zu rechnen. Das Insekt Liothrips oleae, eine Unterart des Fransenflüglers, dessen Bestand normalerweise durch natürliche Fressfeinde, ebenfalls aus der Insektenwelt, gering gehalten wird, hatte bereits letztes Jahr geringe Schäden in Kalabrien verursacht. In Rissen der Baumrinde, den Körpern parasitierter Schildläuse und in Tunnels, die die Käferart Phloeotribus oleae zur Paarung und Eiablage in die Rinde gräbt, hat der Schädling überwintert undax auch Temperaturen bis minus neun Grad Anfang Januar widerstanden. Da sich auch die Bestandsdezimierung durch Fressfeinde in Grenzen hielt, fällt nun eine Großzahl gefräßiger gelblicher Jungtiere über die Bäume her und knabbert wahllos Triebe, Blätter, Blüten und Früchte an. Wachstumsstörungen an Trieben und Blättern, Blütestopp und verfrühtes Abfallen der Blüten sowie verfrühte Ablösung der Früchte von den Stielen sind die Folge. Agraria/Teatronaturale/fh

OLLU-Olivenöl
01.08.2017

Die internationale Atomenergie-Organisation IAEO und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO haben ein gemeinsames Forschungsprojekt mit Wissenschaftlern aus 13 Ländern auf den Weg gebracht, das die Entwicklung eines tragbaren, kostengünstigen und leicht zu handhabenden Geräts zum Nachweis von Lebensmittelfälschungen zum Ziel hat.  Mit der Methode der Ionen-Mobilitäts-Spektrometrie, die bereits in der medizinischen Diagnostik und zum Sprengstoff- oder Drogennachweis genutzt wird, ließen sich auch falsche Angaben zu Herkunft und Qualitätskategorie von Olivenöl nachweisen. Die zunehmende Miniaturisierung der Technik und die verfeinerte sensorische Sensibilität sollen Lebensmittelkontrolleuren in Zukunft mit Geräten von der Größe eines Mobiltelefons die Arbeit erleichtern. Parallel zur technischen Entwicklung muss auch eine Referenzdatenbank zum Datenabgleich entwickelt werden. Teatronaturale/fh

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01.08.2017

Acht Tonnen falsch etikettiertes Olivenöl wurden von italienischen Zollbehörden am 13. Juni im Hafen von Trapani beschlagnahmt. Das zur Ausfuhr in die USA bestimmte, als „Extra Virgin Olive Oil“ etikettierte Öl war Laboranalysen zufolge kein Extra Vergine, sondern Vergine und wurde beschlagnahmt. Außerdem wurde auf den Etiketten zwar eine amerikanische Marke genannt, nicht aber der italienische Exporteur. Diesen erwartet nun eine Anklage wegen Handelsbetrug und Urkundenfälschung. Teatronaturale/fh

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